Seid gegrüßt, werte Miterben!
Ein lange Verschollener weilt wieder unter euch. Mein Gruß gilt selbsverfreilich auch unseren anderen werten Mitdenkern an diesem schönen Ort. Doch nun zur Sache:
Die aventurische Kosmologie kennt - ähnlich irdisch-abendländischen Vorstellungen - eine Dreiteilung von Körper, Geist und Seele, wobei in Aventurien ersteres dem physischen Körper entspricht, zweiteres dem Astralleib und das dritte ist als Nayrakisfunken bekannt.
Letzterer gehört der Ebene des Nayrakis/Los und somit dem Ordnenden während das erste (Körper) voll und ganz dem Sikaryan/Sumu zugehörig ist. Der Astralleib als durchaus vergängliches Phänomen gehört wohl eher zur sikaryanischen Seite des Kosmos. Durch ihn fließt die astrale Kraft und auch sämtliche geistigen Eigenschaften wie Erinnerung, Intelligenz und Persönlichkeit hängen an ihm.
Letzteres ist sehr gut erkennbar am Zauber Seelentausch, der ja den Geist mitsamt Funke in einer fremden Physis verankert. Als einziges verbunden mit der nayrakischen Seite ist genannter Funke, durch ihn fließen die karmalen Kräfte.
Unantastbar ist selbiger indes nicht - ein dämonischer Pakt korrumpiert ihn auf eine Weise, dass er nicht mehr zum Kosmos zugehörig bleiben kann. Freilich, die Physis erdet ihn dennoch, so daß er noch in der dritten Sphäre verbleiben mag. Doch mit den steigenden sog. Kreisen der Verdammnis gleichen sich Physis (angezeigt durch das Dämonenmal) und Geist (angezeigt durch entsprechende Persönlichkeitsveränderungen) mehr und mehr der Domäne an - bis spätestens im 7. Kreis die Korruption derart weit gediehen ist, dass das Gebilde nicht mehr im Kosmos zu halten ist.
Zu den göttlichen Paradiesen: Ist der Nayrakisfunke auch ewig, so scheint er doch beeinflusst von Taten und Erleben des Geistes - nach dem Tode verbleibt entsprechend auch ein mehr oder minder starker Rest des Astralleibes (Am Rande vermerkt: Wird besagtes Astralum von zu starken Gefühlen gebunden, so dürfte wohl ein Geist das Ergebnis sein). Nun gehe ich kaum davon aus, dass man seine Seele einfach an den nächstbesten Gott durch Aufnahme in seiner Kirche "verschachern" kann.
Vielmehr vermute ich, dass eine hohe Resonanz zum Wesen der Gottheit dazu führt, dass die Seele zu dieser Entität gezogen wird. Statt Paradiese erwarte ich eher, dass sie letztlich mit der Gottheit verschmilzt - sie erinnert sich, schon immer Teil dieses Gottes gewesen zu sein, die Gottheit "erinnert" sich, dass dieser Teil von ihr nun zurück gekommen ist. Und doch bleibt die Persönlichkeit in gewisser Weise eigenständig.
Das mag paradox, wirr und ketzerisch klingen, aber dazu sind wir ja hier, nicht wahr? Was geschieht mit denjenigen, die keine ausreichende Resonanz gezeigt haben? (Auch bekannt als: Sie wurden von Rethon als zu leicht befunden). Nun, diese verweilen in der 4.Sphäre und werden wohl irgendwann zurückkommen, als wiedergeborenes Wesen.
Wie man diesen Worten entnehmen kann, halte ich von der Idee einer Pseudoseele im Falle eines Paktes herzlich wenig - alle Darstellungen im MGS sprechen da auch eine andere Sprache. Nun, ich hätte noch einiges zu diesem Thema auszuführen, möchte die werten Leser aber mit zuvielen Wissensbrocken füttern - so etwas ist ungesund und kann zu Völlegefühl und geistigen Blähungen führen.
Hamud al'Raschid
Freidenker zu Brabak, fünfter Erbe von Ilaris