Von der Varibailität der Götter in ihrem Auftreten und den Schwierigkeiten der Sterblichen, die Wahrnehmung der Götter wahrhaftig zu meistern
Schon Sephrasto Ilaris erkannte, was falsch nicht sein kann und was ich nun darlegen werde. Götter, jene kaum zu erfassenden Wesenheiten mit so unvorstellbar großer Macht, dass sie den Menschen als omnipotent vorkommen, sind keine statischen Manifeste LOSorientierter Ordnung, sondern wandelbar und anpassungsfähig. Wenn ich von anpassungsfähig spreche, so meine ich nicht die Formbarkeit eines Klumpens Wachs, wie schändlich der Vergleich geistloser Materie mit der unfassbaren Göttlichkeit doch wäre! Die Anpassungsfähigkeit, von der ich reden will und welche erwiesen werden soll, ist die Anpassung von Göttern und Gottgleichen an den Wandel der Zeit um der Erhaltung der Schöpfung willen. Häresie schimpft manch einer das, was ich zu sagen gedenke, doch bedenket: Ist nicht der Gott unfähig, seine Botschaft in die Welt zu tragen, der es nicht versteht, die Vorstellungen der Menschen oder welcher Sterblichen auch immer er sich bedient, um seine Prinzipien auf Deren zu wahren, zu erkennen, um sich ihnen überhaupt erst begreiflich zu machen? So rasch folgt eine Generation von Sterblichen auf die nächste, dass es unmöglich wäre, eine Welt ohne jeglichen Wandel zu schaffen und wäre nicht diese Welt auch der absolute Stillstand, das Nichts, die Verhöhnung der Möglichkeit, das unfähig ist, sich dem Chaos, welches nun auf unbeweglichen Fels trifft, zu erwehren, denn wie der Deich den donnernden Fluten von Efferds Zorn weichen muss, so muss die stille Ordnung dem Chaos weichen, dereinst. Und finden wir nicht im Betrachten verschiedener Kulturen und ihrer Glaubenswelten einige Beispiele für die Unterschiedlichkeit in Vorstellung und Interpretation von Gottheiten, die letztlich doch hinter all den Masken die gleichen sind. Der Namenlose, welcher ohnehin unter unzähligen Masken Verschwörungen und Pläne schmiedet, ist nur ein Beispiel, in dem diese Variabilität zu bösem Sinn genutzt wird, doch solcherlei Schwarzgeistigkeit muss gar nicht herangezogen werden. Kennen wir nicht die Gottheit Hesinde, die Weisheit und Magie hütet? Ist ihr heiliges Tier nicht die Schlange? Gibt es nicht unter den Göttern der Geschuppten eine, die H’Szint genannt wird, ist sie nicht auch eine Schlange und steht sie nicht genau so für Magie, geistigen (aber hier auch körperlichen) Wandel? Ist denn diese Parallele Zufall? Wohl kaum, ist sie doch bereits im Namen verwurzelt. Zwei Kulturen sehen in ein und der gleichen Gottheit unterschiedliche Charaktere. Nur warum? Sind die Götter nicht mächtig genug, sich in der Welt in klar definierter Form zu präsentieren? Ist ihre Macht auf die Sterblichen vielleicht gar so gering, dass sie sich selbst in unseren Augen keine Gestalt zu geben vermögen? Ist jedwede Wahrnehmung der Götter bloße Vorstellungskraft der Sterblichen, welche die seltene Ehre erlange, in Träumen und Gesichten einer Gottheit ansichtig zu werden? Kann bei einer derart individuell geprägten Wahrnehmung denn ein innerhalb eines Volkes derart konsistente Wahrnehmung möglich sein? Dies ist zu bezweifeln und kann nur schwer wieder gestützt werden. Viel eher ist es wahrscheinlich, dass die Götter sehr wohl erscheinen können, wie sie es wünschen, nicht, weil sie es müssen oder sollen. Ihre Variabilität kann nur einem einzigen Zweck dienen. Welcher mag das sein? Sichern sie sich so ihre Macht? Sorgt ihre Maskerade für mehr Verehrung, für mehr Macht? Nein. Es ist erwiesen, dass Götter auch ohne unsere Verehrung existieren, wenn auch nicht unbedingt Einfluss nehmen können. Trachten sie danach, die Sterblichen im Unklaren zu lassen, was ihre Motive und Wünsche sind? Aus welchem Grunde sollten sie dieses tun? Die Lebensspanne eines Sterblichen ist ohnehin zu kurz, um das Wesen einer Gottheit auch nur in einem kleinen Hauch zu ergründen oder zu erfassen, so dass eine täuschende Maskerade überflüssig ist. Auch profitieren die Götter davon, dass wir wissen, was sie wollen und vertreten, nicht, dass wir im Dunkeln umhertappen. Was bleibt ist die Sorge um das Verständnis der Sterblichen. Eine Gottheit, eine für unsere Begriffe unsterbliche, nahezu omnipotente Wesenheit wie ein Gott Alverans kann unmöglich in seiner reinen Wesensgröße erfasst werden. Je nachdem, welches Volk der Gottheit gewahr wird, muss die Gottheit bestimmte Aspekte seines Wesens herausstellen, die in dem jeweiligen Volk besonders hoch gehalten werden. Erneut mag man einwerfen, dass sie dies tun, um Macht zu erlangen. Aber wozu? Angewiesen sind sie darauf gewiss nicht, obschon sie die Diener auf Dere dafür nutzen, die Ordnung an jenem Ort, den sie nicht mehr aktiv und direkt beeinflussen können, nämlich unserer Welt, aufrechtzuerhalten und gegen das Chaos zu verteidigen. Alle anderen Erklärungen enden in einer Sackgasse. Ebenso falsch ist es, anzunehmen, dass Sterbliche auf die Selbstdarstellung eines Gottes in irgendeiner Form Einfluss nehmen könnten. Ebenso ein Irrweg, zu glauben, derlei Parallelen wie die, die ich zeigte, seien bloße Zufälle. Gänzlich sicher kann ein Mensch ja nicht einmal sagen, welcher Natur jene sind, die da sitzen in Alveran. Schon der Meister sprach: „Denn die Zahl 12 gab uns ein Mensch“ und er meint damit einen Menschen von Fleisch und Blut. Soll denn dieser sicherer sein in seinem Wissen als andere? War dies nicht auch jener, der Rastullahs Erscheinen in der Wüste sah? Und werden seine Glaubensbrüder bis heute in vielen Landen als Irrgläubige angesehen, weil das, was sie verehren, nicht Teil der verbreiteten Weltanschauung ist? Natürlich ist die Wahrnehmung der Sterblichen, was Götter betrifft, längst nicht immer durch eine Offenbarung unterstützt. Swafnir, der als Sohn des Efferds gilt, ist in Thorwal Hauptgott, Schutzpatron, Gott der Seefahrt, des Meeres, Sinnbild des Guten. Die in der Umgebung lebenden Hjaldinger-Stämme sehen in ihm den Gott des Todes, dem man die Verstorbenen anvertraut, wohingegen die Fjarninger, welche wieder nur einige hundert Meilen weit entfernt siedeln, in Swafnir, auch wenn er in ihrer Sprache einen anderen Namen trägt, einen bösen Gott, ein Sinnbild des Unheils und des Üblen Willens sehen und ihn fürchten. Dies ist ein klassischer Fall von menschlicher Fehlinterpretation, denn unmöglich können sie alle gemeinsam Recht haben, oder doch? Ich sprach davon, dass Gottheiten einem Volk nur einige Aspekte ihres Wesens offenbaren können, und ist es denn unmöglich, dass die Entität, die die Thorwaler Swafnir nennen, in anderen Völkern andere Aspekte offenbart hat? Ist es genau so unmöglich, dass solcherlei Fehler damals dem Silem-Horas unterlaufen ist?
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